Neue Erkenntnisse der Digitalisierung in deutschen Kommunen durch Studien der Fraunhofer IESE (Smart-City-Atlas) und Fraunhofer Fokus (Deutschland Index 2019)

Florian Apel-Soetebeer Aktuelles Leave a Comment

City-Landschaft

Im März veröffentlichte Bitkom, Fraunhofer IESE und weitere Partner den Smart-City-Atlas. Hierbei werden die 50 Vorreiterstädte in Deutschland erstmals systematisch in den Blick genommen.  Ausgewählt durch ein initiales Screening basierend auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie anschließenden Interviews wurden diejenigen Städte genauer begutachtet, die einen integrierten Smart-City-Ansatz im Sinne einer themenübergreifenden Kooperation verfolgen. Anhand von Steckbriefen der einzelnen Städte wird ein Einblick in die aktuellen digitalisierungs- und Smart-City-Prozesse ermöglicht.

Unter den 50 Vorreiterstädten konnten wir erfreulicherweise feststellen, dass sich auch zwölf unserer Kunden befinden. Neben Darmstadt, für welche wir das Programm-Management der DIGITALSTADT DARMSTADT seit September 2017 unterstützen und diese als Pionier im europäischen Vergleich und Gewinner des Bitkom-Wettbewerbs „Digitale Stadt“ im Jahr 2017 hervorging, sind unter anderem die Städte Aachen, Soest, Wolfsburg, Ravensburg, Bonn, Coburg, Konstanz, Braunschweig, Karlsruhe und Magdeburg vertreten. Ebenso die Stadt Ulm, welche sich im Rahmen des Landeswettbewerbs »Digitale Zukunftskommune@bw« im Mai 2018 als einer von fünf Leuchttürmen der Digitalisierung in Baden-Württemberg durchgesetzt und im Wettbewerb »Zukunftsstadt 2030« des BMBF mittlerweile die dritte Phase und damit die Umsetzung entwickelter Ideen erreicht hat.

Unter dem Titel „Digitale Stadtquartiere Ulm – Innovation aus der Stadt für die Stadt“ unterstützen wir die Gesamtprojektsteuerung und die Leitung des Handlungsfeldes Infrastruktur und Datenplattform in Kooperation mit Fraunhofer Instituten IESE und IAO. Die Stadt Ravensburg konnte sich in diesem Zusammenhang mit der Entwicklung einer digitalen Strategie digital@rv als Kommune mit rund 50.000 Einwohnern durchsetzen und zeugt somit für ein fortschrittliches und zukunftsorientiertes Denken und Handeln auf digitaler Ebene im Bereich der kleineren Städte.

Die Studie zeigt trotz der 50 Vorreiterstädte auf, dass sich viele Kommunen noch im Bereich des E-Governments befinden und noch nicht den Sprung in die Smart-City gewagt haben. Auch die Fraunhofer Fokus Studie Deutschland Index weißt im Ländervergleich auf, dass es Fortschritte in vielen Bereichen wie zum Beispiel der Infrastruktur und dem damit verbundenen Breitbandausbau, dem Bürgerservice und der Digitalisierung der Kommunen gibt. Eine tatsächliche Steigerung der Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsqualität durch Verbesserung digitaler Themen und Projekte geht jedoch nur langsam voran.

Herausforderungen sehen die Städte zum größten Teil bei Themen wie Datenschutz und Datensicherheit, dem Verlust des Kontakts zu den Bürgern, dem fehlenden Know-how oder auch in der Umsetzung innerhalb rechtlicher Rahmenbedingungen.

Im infrastrukturellen Vergleich der Bundesländer liegen die Stadtstaaten deutlich vorne, es zeigen sich jedoch auch Stärken einzelner Bundesländer wie Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Die vorderen Plätze im Bereich Bürgerservices belegen Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen und Rheinland-Pfalz.

Das Resümee für uns aus diesen zwei Studien ist, dass sich unsere hier genannten Kunden zu Recht auf der Liste der 50 Vorreiterstädte befinden. Städte wie Ulm, Darmstadt und Ravensburg verfolgen bereits einen ganzheitlichen Ansatz der genannten Bitkom Themenfelder und decken ein großes Spektrum an innovativen und zukunftsorientierten Ansätzen ab, die längst über das digitale Verwaltungshandeln hinaus und somit in Richtung Smart City gehen. So werden für eine smarte Stadt Projekte wie Open Data Plattformen, digitale Einkaufsmöglichkeiten der hiesigen Händler, Multimodalitäts-App, Webseiten, die auf allen Endgeräte kompatibel sind oder auch die Schaffung von Radinfrastrukturen und Verbesserung des Nahverkehrs umgesetzt, um nicht nur an die „Smart-Natives“ zu denken, sondern alle Menschen abzuholen und einzubinden.

Nichtsdestotrotz ist auch zu sehen, dass für Deutschland noch ein hartes Stück Aufholarbeit ansteht. Der digitale Wandel schreitet rasant voran und wir freuen uns darauf diese Herausforderungen mit unseren Kunden anzunehmen, gemeinsam anzupacken, zu erarbeiten und umzusetzen.

Links zu den beiden Studien:

https://blog.iese.fraunhofer.de/smart-city-atlas-von-bitkom-und-fraunhofer-iese-veroeffentlicht/

https://www.oeffentliche-it.de/digitalindex

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